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Der Bienen-Schwarm

Die natürliche Fortpflanzung der Bienen bzw. des Biens erfolgt mittels eines Schwarms.

Das heißt, ein Großteil des Bienenvolks zieht mit der Königin des Hofstaats aus der Bienenkiste aus und lässt lediglich einen Teil der Ammenbienen und die Brut mitsammt einer heranwachsenden Königin zurück. Dem Imker ist dies keine besondere Freude, da sich die possierlichen Tierchen zur produktivsten Zeit des Jahres teilen und ein Großteil des Volks mitsammt des bis dahin gesammelten Honig-Vorrats aus dem Staub machen. Aber wie kommt es dazu?: Nach erstarken der Bienenvölker im Frühjahr, bemerken die Bienen, dass der Futtervorrat langsam zunimmt und die Witterung eine Reise ins ungewisse möglich macht. Unwissend von der Königin, werden von den Bienen nun Nachschaffungszellen, auch "Weiselzellen" genannt, erstellt, welche von der Königin mit einem Ei versehen werden. Anders als bei normalen Bienen-Zellen, werden diese nach der Eiablage geräumiger ausgebaut und mit deutlich mehr "Gelee Royal" dem Futter der Bienenlarven ausgestattet. 

In diesem Bild sind sie besonders schön zu erkennen.  

Im Vergleich zur normalen Brutzelle, stehen diese tropfenartig aus der Wabe heraus.  

Mit der Anlage der Weiselzellen steht nun fest, dass die bestehende Königin ersetzt werden soll, oder die Teilung des Volks in Vorbereitung ist. Kurz bevor nun 11 Tage später die neue Königin schlüpft, entscheidet sich die bestehende Königin den Platz zu räumen und mit einem Teil des Volks auszuziehen. Wie bei uns Menschen, kann es ja nur eine Königin je Volk geben! Wenn es soweit ist, sammelt sich ein Teil der Bienen um die Mittagszeit um die Königin und verlassen den Stock. Es ist schon ziemlich eindrucksvoll, wenn hier mal eben 20000 - 30000 Bienen in der Luft kreisen und einen neuen Lagerplatz suchen. So heimatlos, müssen diese nun möglichst schnell wieder ein Zuhause finden. Damit dies schnell von statten geht, "gehen" Scout-Bienen auf die Suche nach einer neuen Unterkunft. Ein hohler Baum, oder eine Höhle währe nun ihre erste Wahl. Da es eine Weile dauern kann, bis die ausfliegenden Scout-Bienen ein passendes Quartier finden, lässt sich der Schwarm normalerweise zunächst in der Nähe des Stocks an einem Baum nieder und wartet auf die frohe Botschaft der Scout-Bienen. Das ist wiederum ist die Chance des Imkers, seine Bienen wieder zu bekommen! Der Bienen-Schwarm hat sich bereits an einem Ast niedergelassen und hängt nun kompakt in einer Traube.

Dieser Schwarm war besonders eindrucksvoll. Mit über einem Meter Länge und gut 15cm Durchmesser eine stattliche Menge Bienen.

Diese wollen erst einmal in eine Kiste passen!

 

Nun soll der Schwarm wieder eingefangen werden.

Hierzu wird eine Kiste vorbereitet, in der die Bienen eingeschlagen werden sollen. 

Hierzu reicht natürlich auch eine leere Holzkiste, ein Stoffsack oder eine dichte Kartonkiste.  

 

 

Nachdem alles vorbereitet ist, versucht der Imker nun den Schwarm vom Ast in die Kiste zu bekommen.

Hierzu wird der Schwarm auch gerne mit Wasser besprüht, damit die Bienen nicht so leicht auffliegen.

Im Anschluss wird mit einem Schlag auf dem Ast an dem die Bienen sitzen, die Bienen-Traube vom Ast gelöst, sodass dieser in die darunter bereitgehaltene Kiste fällt.

(Daher wahrscheinlich auch der Begriff: "einschlagen"). 

 

Der in die Kiste eingeschlagene Schwarm wird im Anschluss am Boden abgestellt. 

Wenn die Königin gefangen wurde, verströmt diese ihren Duftstoff  (Pheromon) und die restliche Mannschaft folgt freiwillig nach. 

  

 

Nach wenigen Minuten brummt es am neuen Zuhause der Bienen.  Nach und nach ziehen diese in die Beute ein und das Geschehen beruhigt sich.

 

 

 

Normaler Weise werden die Kisten nun noch an einen anderen Platz außerhalb des Flugradius der Bienen (2-3 km) gebracht.

So soll verhindert werden, dass die Bienen in den alten Stock zurückfliegen.

 

Noch ein kleiner Hinweis am Schluss:

Auch, wenn es der natürliche Weg der Vermehrung der Bienen ist, so ist es im beiderseitigen Interesse, dass ein Imker die Bienen "einschlägt" (einfängt).

In der heutigen Zeit ist es für die Bienen ein hoffnungsloses Unterfangen, eine passende Behausung zu finden.

Üblicherweise gehen die geschwärmten Bienen in unserer super, sauberen, aufgeräumten Welt nach wenigen Tagen zu Grunde.

Spätestens nach 3-4 Tagen ist ihr Futtervorrat aufgebraucht und die Bienen verhungern, oder fallen dem nächsten Regenschauer zum Opfer.

 

-->Darum: Solltet Ihr einen Scharm entdecken, so sind Euch die Bienen als auch der Imker dankbar, wenn Ihr ihn kontaktiert. 

 

 

 

 

 

 

 

 

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